Seit 1892 ist der heilige Franz von Sales Patron und Namensgeber der Einrichtung. Die Motive dafür lieferte Hermann Josef Ochs, der erste Direktor des im April 1884 gegründeten Franz Sales Hauses in einer Vorstandssitzung der "Milden Stiftung" am 21. Juli 1891. Ochs bezog sich auf eine Begebenheit aus dem Leben des Franz von Sales (1567-1622): Der Heilige hatte sich auf einer Visitationsreise eines taubstummen Jungens angenommen, der von einer Gruppe Knaben verhöhnt und verfolgt wurde. Seither gilt Franz von Sales als Patron der Taubstummen. Ochs schlug den Namenspatron vor, war doch die neue Einrichtung aus der städtischen Taubstummenschule hervorgegangen. Wer war Franz von Sales?Jugend und Ausbildung (1567-1592)Der spätere Theologe, Mystiker und Schriftsteller Franz von Sales wird am 21. August 1567 als Sohn einer adeligen Familie auf Schloss Sales bei Annecy im Herzogtum Savoyen geboren. Obwohl seine Eltern treue Anhänger der katholischen Kirche sind, deutete zunächst nichts darauf hin, dass Franz Karriere als katholischer Geistlicher machen würde. Der Vater ließ Franz unter Aufsicht eines Erziehers ab seinem sechsten Lebensjahr in den Schulen in La Roche und Annecy erziehen. Mit elf Jahren fasst er gegen den Willen seines Vaters den Entschluss, Priester zu werden. Franz bittet um die Tonsur und erhält sie.
Priester und Missionar (1593-1602)1593 wird Franz auf Wunsch des Bischofs von Genf zum Propst des Domkapitels von Genf ernannt. Der Vater, der schon Heiratspläne geschmiedet hatte, gibt seinen Widerstand auf und erteilt seinem Sohn die Genehmigung Priester zu werden. Deutliche Missionserfolge stellen sich ein, als es Franz gelingt, namhafte Persönlichkeiten des Landes zu bekehren. Ihren feierlichen Ausdruck findet diese Entwicklung in dem vierzigstündigen Gebet von Thonon, der Stadt, die Franz als Basis seiner Mission im Chablais dient (1598). Apostolat des Bischofs (1603-1622)Franz von Sales empfängt 1602 in Thorens die Bischofsweihe und wird zum Bischof von Genf. Eine besondere Prägung erhält dieser Lebensabschnitt auch durch eine außergewöhnliche, persönliche Beziehung: Er begegnet Johanna Franziska von Chantal, mit der er die Kongregation der "Töchter der Heimsuchung Mariä" gründet, in der auch körperlich schwache und kranke Frauen Aufnahme finden, die dem Ideal klösterlichen Lebens nicht gewachsen sind. Der Verzicht auf körperliche Bußübungen und die Einhaltung strenger Fastenvorschriften ist für das 17. Jahrhundert ebenso revolutionär wie die Pflege und Versorgung Kranker und Armer im Geiste katholischer Karitas. Am 28. Dezember 1622 stirbt Franz von Sales im Alter von 56 Jahren in Lyon. Im Gedenken an seine Lebensleistung feiern wir noch heute alljährlich am 24. Januar seinen Festtag. Überschrift ![]() Inhalt
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