Sprungmarke:StellungnahmeStellungnahme zum Film „Behindert – Was darf ich werden?“Das WDR-Fernsehen zeigte am 19. September 2011 um 22 Uhr einen Bericht, in dem es um eine behinderte Beschäftigte der Franz Sales Werkstätten ging. Als Thema waren eine „Dokumentation zur freien Berufswahl von Menschen mit Behinderungen“ angekündigt. Die Angehörigen der Beschäftigten Melanie Reifenberg hatten sich 2005 an die Franz Sales Werkstätten gewandt, um einen Platz für ihre Tochter zu beantragen. Gleich zu Beginn wurde deutlich, dass sich die Beschäftigte ausschließlich für eine Tätigkeit im Kindergarten interessierte. Einen geeigneten Arbeitsplatz hatte die Familie bereits ausgemacht und so konnte die Berufsanfängerin bereits im Rahmen der Berufsbildung in den Franz Sales Werkstätten mehrere Praktika in der Kindertagesstätte absolvieren. Dem Wunsch, auch anschließend dort zu arbeiten, trugen die Franz Sales Werkstätten Rechnung, indem sie einen sogenannten „Außenarbeitsplatz“ in dem Kindergarten einrichteten. Keine Rede von "Behinderung bei der Berufswahl"Obwohl es 2007 bei der Einrichtung des "Außenarbeitsplatzes" von Melanie Reifenberg noch keine gesetzliche Regelung hierzu gab, realisierten die Franz Sales Werkstätten ihren beruflichen Wunsch. Bis heute arbeitet sie dort in der KiTa ihrer Wahl. Es kann also keine Rede von „Behinderungen bei der freien Berufswahl“ sein. Warum aber haben die Eltern einen Umweg über die Franz Sales Werkstätten genommen und kein direktes Arbeitsverhältnis zwischen KiTa und Melanie Reifenberg angestrebt? Melanie Reifenberg erhält - wie jeder andere Beschäftigte der WfbM auch - ein Entgelt für ihre Tätigkeit von den Franz Sales Werkstätten ausgezahlt. Im Vertrag ist das ebenso geregelt wie die Tatsache, dass der Kindergarten für die von ihr erbrachten Arbeitsleistungen an die Werkstätten bezahlt. Es ist allgemein üblich, dass die Firmen, in denen die Beschäftigen an Außenarbeitsplätzen eingesetzt sind, für deren Arbeitsleistung zahlen. Rechtliche Voraussetzungen fehlenDer Kindergarten sah sich jedoch nicht in der Lage, das Entgelt für die Arbeit von Melanie Reifenberg zu bezahlen. Die Familie suchte daher das Gespräch mit Werkstatt und dem Landschaftsverband Rheinland (LVR), um die Kosten durch die Beantragung des „Persönlichen Budgets“ langfristig abzudecken. Es wurde damit einhergehend gefordert, dass die Werkstatt weiterhin für die Sozialleistungen aufkommt, während die Gelder für Betreuungsleistungen vom Landschaftsverband direkt an die Kita fließen sollen. Der Kindergarten erfüllt – wie auch der LVR festgestellt hat - weder die gesetzlichen Voraussetzungen hierfür, noch haben die Mitarbeiter die von den Behörden geforderte sonderpädagogische Zusatzqualifikation, um eine qualifizierte Arbeitsförderung und Betreuung von Melanie Reifenberg sicherzustellen. Nicht die Finanzierung, sondern die berufliche Förderung des Menschen sollte im Vordergrund stehen. Die Filmemacherin übersieht diesen Aspekt leider vor dem Hintergrund der finanziellen Differenzen durch die unsichere Rechtslage. Da es für einen derartigen Fall im Landschaftsverband Rheinland noch keinen Präzedenzfall gibt, war es bislang noch nicht möglich, eine angemessene Lösung unter Berücksichtigung der rechtlichen Vorgaben für die strittigen Fragen zu finden. Auch in der Werkstatt in Wesel sind die Fragen nicht gelöst und das Konzept dieser Einrichtung wurde vom LVR in der Vergangenheit abgelehnt. Dies klingt im Film nicht an. Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass wir die Beschäftigte in den Franz Sales Werkstätten von Anfang an auf ihrem beruflichen Weg unterstützt haben und ihr bis heute ermöglichen, an ihrem Wunscharbeitsplatz tätig zu sein. Seitens der Werkstätten besteht ausdrücklich und weiterhin die Bereitschaft, eine einvernehmliche Lösung zu finden. Sprungmarke:Integration ins ArbeitslebenIntegration ins ArbeitslebenWie bei dem im Film begleiteten Menschen mit Asperger-Syndrom werden selbstverständlich auch im Franz Sales Haus Förderschüler während ihrer Berufspraxisstufe, durch Praktika, Arbeitsintegrationsmaßnahmen oder mit unserem EU-Modellprojekt „Bin im Beruf“, bzw. der Maßnahme „Individuelle Wege in Arbeit“ optimal auf eine Tätigkeit auf dem 1. Arbeitsmarkt vorbereitet. Auch durch unser Integrationsunternehmen „in time“ und den Integrationsassistenten der Werkstatt gelingt es uns immer wieder, Menschen mit geistiger Behinderung in das Arbeitsleben außerhalb der Werkstatt vollständig zu integrieren. Es ist jedoch in jedem Fall abhängig vom Behinderungsgrad und den persönlichen Ressourcen, welche beruflichen Perspektiven und Möglichkeiten sich bieten. Selbstverständlich arbeiten wir auch in Essen mit dem Integrationsfachdienst zusammen, im Fall von Melanie ist er allerdings aufgrund ihres Fähigkeiten-Profils nicht aktiv geworden.
Thema "Werkstatt" ![]() Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM) bieten Menschen, die auf dem 1. Arbeitsmarkt keine Chancen haben, ein breites Feld an beruflichen Möglichkeiten und eine geschützte Umgebung an, in der sie beruflich gefördert werden.
![]()
Thema "Entgelt" ![]() Weil selbst schwerstbehinderte Beschäftigte eine sinnvolle Tätigkeit in Werkstätten für behinderte Menschen ausführen, differiert die Leistungsfähigkeit sehr stark.
![]() Copyright Trägerverein für das Franz Sales Haus zu Essen Impressum
|