Besser kommunizieren

Mit 300.000 Euro fördert die Aktion Mensch ein in der Region einzigartiges Projekt: Die Heimstatt Engelbert wird auf dem Campus an der Steeler Str. 261 demnächst eine Beratungsstelle für Unterstützte Kommunikation einrichten.

Um erwachsene Menschen mit verbalen Einschränkungen zu unterstützten und auch allen Personen Hilfestellung zu geben, die mit dieser Personengruppe zu tun haben oder künftig haben möchten, plant die Heimstatt Engelbert GmbH die überregionale Beratungsstelle für Unterstützter Kommunikation (UK). Denn Menschen, die sich lautsprachlich nicht gut ausdrücken können, stoßen im Lebensalltag häufig auf Barrieren: Bei der Äußerung von Wünschen während des Einkaufs, im Gespräch über die Befindlichkeit mit einem Arzt, bei der Kommunikation am Arbeitsplatz oder in der sozialen Interaktion – ohne aktive Sprache wird es schnell kompliziert.

Weil die Kommunikation auch die Basis von Teilhabe und Pädagogik ist, arbeiten einige Unternehmensteile des Franz Sales Hauses zum Teil schon seit vielen Jahren erfolgreich mit UK. Ziel der barrierefreien Beratungsstelle ist es, die Teilhabe von Menschen mit sprachlicher Beeinträchtigung sowohl im sozialen Umfeld als auch im Berufsleben zu ermöglichen oder zu verbessern. Außerdem soll Menschen und Institutionen dabei geholfen werden, Sprachbarrieren abzubauen, Teilhabe personenzentrierter zu planen und die Unterstützte Kommunikation als Ergänzung zu bestehenden Angeboten einzubinden.

Beratungsangebot

Aber die Unterstützte Kommunikation ist ein weites Feld: Ob mit Gesten, durch Unterstützung mit Symbolbildern, mit speziellen Methoden oder elektronischen Hilfsmitteln – bei jedem Menschen muss individuell geschaut werden, was hilfreich und praxistauglich ist. Um bei der Suche nach passgenauen Lösungen erfolgreich zu sein, braucht es Experten. Diese kennen sich nicht nur mit den Möglichkeiten und Methoden aus, sondern befassen sich auch intensiv mit der Diagnostik bei Personen und den Erfordernissen der jeweiligen Lebenssituation. Die Beratungsstelle für Unterstützte Kommunikation kann zudem gezielt Fördermöglichkeiten benennen.

Neben Fachkräften sollen bei dem neuen Angebot auch Menschen mit Behinderung im Rahmen des „Peer-Counseling“ eingebunden werden, weil sie als „Experten in eigener Sache“ eine optimale Ergänzung sind und als „Vorbilder“ davon berichten können, wie und wo überall UK hilfreich im Lebensalltag eingesetzt werden kann.

Die Erstberatung für Ratsuchende ist kostenlos. Schließt sich danach eine tiefergehende Diagnostik oder weiterer Beratungsbedarf an, geben die Experten Hilfestellung bei der Beantragung der Kostenübernahme durch Krankenkassen, das Sozialamt oder die Eingliederungshilfe. Auch bei der Implementierung von UK-Strukturen in Unternehmen helfen die Experten weiter und geben Tipps zur Förderung solcher Projekte. Darüber hinaus ist die Beratungsstelle auch in die Aus- und Weiterbildung der Franz Sales Akademie gGmbH eingebunden, denn dort werden Fachkräfte in Unterstützter Kommunikation geschult.