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Bindungsstörung und bindungsorientierte Arbeit in der Eingliederungshilfe

Bindung verstehen, Beziehung gestalten, Entwicklung ermöglichen


Worum geht es kurz und knapp?

  • Bindungsstörungen verstehen lernen 
  • herausforderndes Bindungs- und Beziehungsverhalten im pädagogischen Arbeitsalltag erkennen
  • praxisnahe Impulse für eine bindungsorientierte Haltung und Beziehungsgestaltung

Worum geht es im Detail?

Menschen mit Behinderung sind in besonderem Maße auf verlässliche Beziehungen angewiesen. Gleichzeitig haben viele von ihnen schon früh belastende Erfahrungen gemacht, etwa durch medizinische Eingriffe, frühe Trennungen, institutionelle Betreuung, häufig wechselnde Bezugspersonen oder traumatische Erlebnisse. Diese Erfahrungen können die Bindungsentwicklung nachhaltig beeinträchtigen und sich in Form von Bindungsstörungen, z.B. herausforderndem Beziehungsverhalten, Schwierigkeiten in der Nähe-Distanz-Regulation sowie im Umgang mit Emotionen und Stress zeigen.

Für Fachkräfte der Eingliederungshilfe bedeutet dies eine besondere Herausforderung im Arbeitsalltag. Bindungsorientiertes Wissen kann dabei helfen, Verhalten besser zu verstehen, Beziehungsmuster einzuordnen und Handlungssicherheit zu gewinnen.

Dieses Seminar vermittelt fundierte theoretische Grundlagen zu Bindung, Bindungsstörungen und Trauma und verbindet diese mit praxisnahen Ansätzen für die Arbeit mit Menschen mit Behinderung. Zentrale Aspekte sind innere Arbeitsmodelle, Bindungstypen sowie die Auswirkungen früher traumatischer Erfahrungen auf die psychische Entwicklung und Hirnentwicklung. Ein besonderer Fokus liegt auf der Bedeutung sicherer, verlässlicher Beziehungen in der Eingliederungshilfe.

Grundlagen einer gesunden Bindungsentwicklung bei Menschen mit Behinderung
Bindungsaufbau unter erschwerten Bedingungen (z. B. frühe Krankenhausaufenthalte, Fremdbetreuung, institutionelle Strukturen, Beziehungsabbrüche). Bedeutung von Kontinuität, Verlässlichkeit und emotionaler Sicherheit im Alltag der Eingliederungshilfe.

Innere Arbeitsmodelle und Bindungstypen im Kontext von Behinderung
Wie sich innere Arbeitsmodelle bei Menschen mit Behinderung entwickeln und wie Bindungstypen (sicher, unsicher-vermeidend,unsicher-ambivalent, desorganisiert) das Beziehungsverhalten gegenüber Fachkräften beeinflussen.

Entwicklungspsychopathologie bei Menschen mit Behinderung und frühen traumatischen Erfahrungen
Wechselwirkungen zwischen Behinderung, Traumatisierung, Bindungsabbrüchen und psychischer Entwicklung. Besonderheiten bei mehrfachen Belastungsfaktoren (z. B. medizinische Eingriffe, Vernachlässigung, Gewalt).

Auswirkungen früher Traumatisierungen auf die Hirnentwicklung
Neurobiologische Grundlagen verständlich erklärt: Stressregulation, Reizverarbeitung, Emotionssteuerung und deren Bedeutung für herausforderndes Verhalten im Betreuungsalltag.

Bindungsstörungen und ihre Folgen für Beziehungsgestaltung in der Eingliederungshilfe
Auswirkungen auf Nähe-Distanz-Regulation, Vertrauen, Abhängigkeit, Aggression, Rückzug oder grenzüberschreitendes Verhalten. Bedeutung von häufig wechselnden Bezugspersonen und institutionellen Rahmenbedingungen.

Bindungsorientierte und psychotherapeutische Ansätze bei Bindungsstörungen
Bedeutung einer sicheren, verlässlichen Beziehung als Wirkfaktor. Feinfühligkeit, emotionale Verfügbarkeit, professionelle Haltung sowie Möglichkeiten und Grenzen der pädagogischen und therapeutischen Arbeit in der Eingliederungshilfe.

Ziele

  • Diagnostische Zuordnung von Bindungsstörungen und therapeutische Zugänge kennenlernen
  • Reflektieren der eigenen Rolle und Haltung in der Beziehungsarbeit
  • Entwickeln von praxisnahen Ansätzen für eine bindungsorientierte Gestaltung des Betreuungsalltags

Zielgruppe

  • pädagogische und heilpädagogische Fachkräfte
  • Mitarbeitende in Wohnformen, Tagesförderstätten und Werkstätten
  • Fachkräfte in Assistenz- und Bezugsbetreuung
  • Teamleitungen und Fallverantwortliche
  • Quereinsteiger:innen

Methoden

  • Input-Phasen
  • Plenumsdialog
  • Arbeitsgruppen/Kleingruppen
  • Fallbeispiele/Praxisbeispiele

Was bringen die Teilnehmer:innen mit?

  • Bereitschaft, die eigene fachliche Rolle zu reflektieren und zu erweitern
  • Offenheit für das Thema und fachliche Impulse
  • Motivation, praktische Fragen und theoretische Modelle nützlich zu verbinden

Investition

570,00€

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Termine

Bindungsstörung und Bindungsarbeit

Freie Plätze

Dienstag 19.05.2026 - Mittwoch 20.05.2026

Kursnummer: K_26-037

Ort: Tagungszentrum im Hotel Franz
Steeler Str. 261
Navi-Eingabe: Schwanenbuschstraße 100
45138 Essen
Zur Webseite

Uhrzeit: Jeweils 09:00-16:30 Uhr Uhr

Leitung: Lara Krause