Die im Juli vom Rat der Stadt Essen beschlossene Charta zur Verhinderung und Bekämpfung von Einsamkeit wurde am 14. September 2026 im Hotel Franz von Vertretungen verschiedener Institutionen, Organisationen, Verbände, Vereine und Initiativen öffentlich unterzeichnet. Sie soll Begegnungen fördern, soziale Teilhabe stärken und Einsamkeit frühzeitig vorbeugen. Auch Ministerpräsident Hendrik Wüst unterzeichnete die Erklärung und setzte so ein Zeichen für das gemeinsame Engagement gegen Einsamkeit.
Die Charta formuliert gemeinsame Leitsätze und versteht sich als Orientierungsrahmen für alle gesellschaftlichen Akteure. In seinem Grußwort wies Essens OB Thomas Kufen darauf hin, dass schon Franz von Sales zwischen selbstgewählter Stille und ungewolltem Alleinsein unterschied: "Da es gute und schlechte Gesellschaft gibt, gibt es auch gute und schlechte Einsamkeit”, zitierte Kufen unseren Hauspatron. Weil unabhängig vom Alter viele Menschen von ungewollter Einsamkeit betroffen sind, beeinflusst das auch das Miteinander in einer Stadtgesellschaft. “Deshalb sagen wir dieser Form der Einsamkeit den Kampf an”, so der Oberbürgermeister.
Auch bei der Landesregierung ist das Thema präsent. NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst betonte: “Man kann auch mitten im Leben einsam sein - und Einsamkeit hat Auswirkungen auf die Gesellschaft." Einsame Menschen entwickelten eher radikale Einstellungen, fühlten sich nicht zugehörig und seien immer häufiger skeptisch gegenüber öffentlichen Institutionen. Daher sei Einsamkeit eine Bedrohung des Miteinanders und sogar für die Demokratie.
Essen übernimmt Vorreiterrolle
Mit der neuen Charta geht Essen nun voran, um Menschen wieder zusammenzubringen, Begegnungen zu schaffen und Strategien für ein gutes Miteinander zu entwickeln. Der Ministerpräsident dankte der Stadt für diese Pionierarbeit und unterzeichnete gemeinsam mit OB Thomas Kufen als erster die Charta gegen Einsamkeit.
Zahlreiche Vertreter:innen der Essener Stadtgesellschaft taten es ihnen nach, darunter auch Vorständin des Franz Sales Hauses, Daniela Schneider, und Ute Engelhardt, Geschäftsführerin der Franz Sales Wohnen GmbH. “Wir leisten schon jetzt einen wichtigen Beitrag zu inklusiven Begegnungen an vielen Standorten und wollen auch weiterhin dafür sorgen, dass sich alle Menschen in Essen wohlfühlen können", so Daniela Schneider.
Entstanden ist die Essener Charta aus einem mehrjährigen, partizipativen Entwicklungsprozess, an dem viele Akteure aus Verwaltung, Politik, Wissenschaft, Wohlfahrtspflege, Kirchen, Gesundheitswesen, Bildung, Wirtschaft, Vereinen, Initiativen, Selbsthilfe und Zivilgesellschaft beteiligt waren. Alle Unterzeichnenden engagieren sich damit gemeinsam und übernehmen Verantwortung dafür, die Leitlinien mit Leben zu füllen.
Hier geht es zur Broschüre der Essener Charta gegen Einsamkeit
Übrigens: Am Ende der Broschüre stehen die Leitsätze der Charta auch in Leichter Sprache zur Verfügung.